Versuchsgut Lindhof - Versuchsgut für Ökologischen Landbau

Schweine

Ferkelaufzucht auf dem Lindhof

ferkelSeit Mitte 2006 werden auf dem Lindhof Sauen zur Ferkelproduktion in ganzjähriger Freilandhaltung gemäß den Richtlinien des ökologischen Anbauverbandes Bioland gehalten. Aufgrund der Umorientierung des Betriebes vom klassischen Gemischtbetrieb mit den Schwerpunkten Schweine- und Rindfleischerzeugung zum Milchvieh-basiertem Ackerbau betrieb wurde der Bestand an Sauen von ehemals 54 auf z.Z. 7 Sauen reduziert. Zielrichtung der Schweineproduktion ist primär nicht mehr der Großhandel sondern die eigen Ab-Hofvermarktung sowie der Verkauf der Masttiere an kleine Ladenschlachter

Statt der bisherigen Haltung der Sauen in vier Gruppen (frisch belegte, niedertragende, hochtragende und säugende Sauen), wird nun alle 14 Tage eine unserer 7 Sauen zum Zuchteber Heinzchen geführt was uns alle 14 Tage nach der jeweils 115tägigen Trächtigkeit einen Wurf Ferkel beschert. Das Ferkeln geschieht in eingestreute Einzelhütten. Die 6wöchige Säugezeit verbringen sie mit ihren Ferkeln in den Einzelhütten. Während dieser Zeit nehmen die Ferkel ca. 280 g pro Tag zu.

Nach dem Absetzten kommen die Ferkel in unseren Ferkelaufzuchtbereich im ehemaligen Fahrsilo gleich nebenan. Die Fütterung der Sauen erfolgt einmal täglich mit regenfesten Outdoorpellets (Futterpresslingen) aus ökologischer Produktion und dem Weidegang. Die Ferkel bekommen sobald sie die Hütte verlassen Ferkelfutter angeboten.

Jede Sau ferkelt etwa 2,2 mal im Jahr und zieht pro Wurf durchschnittlich 10 Ferkel auf.

Jedes Jahr im Frühjahr zieht die Sauenherde auf eine neue Kleegrasfläche um. Im Anschluss an die Sauenhaltung wird die Fläche gepflügt und mit Hafer bestellt.

ferkelNach der 6wöchigen Säugezeit auf der Weide werden die Ferkel von der Sau abgesetzt und in den Ferkelaufzuchtbereich eingestallt. Hierzu dient ein umgebautes Fahrsilo mit eingestreuter Gemeinschaftshütte und eingestreutem Auslauf. Die Fütterung erfolgt ad libitum mit ökologischem Ferkelfutter. Zusätzlich wird Silage angeboten. Die Ferkel wiegen beim Einstallen durchschnittlich 13 kg. Nach der knapp 6 Wochen dauernden Aufzucht erreichen sie ein Gewicht von 25 kg, was einer täglichen Zunahme von 300 g entspricht. Dann werden sie wieder als Gruppe in Outdoor-Haltung auf der gleichen Fläche wie die Sauen Maststall umgestallt.

Der bisher auf dem Hof eines kooperierenden Landwirtes gepachtete und gemäß Biolandrichtlinien anerkannte Maststall wurde im Rahmen der Betriebsumorientierung des Lindhofes nach Auslaufen des Pachtvertrages nicht weiter durch den Lindhof genutzt. Der bisherige Stall verfügte über 360 Mastplätze mit Tiefstreu auf 60% der Stallfläche und über einen Auslauf. Dort erreichen die Ferkel in durchschnittlich 17 Wochen das Schlachtgewicht von 105 kg. Die täglichen Zunahmen im Maststall liegen bei 630 g. Wurde ehemals der Großteil der Schlachttiere über die Bioland Erzeugergemeinschaft Schleswig-Holstein vermarktet so steht der Zeit die Vermarktung unserer Schweine über unseren Hofladen im Vordergrund .

Warum ist das ökologisch erzeugte Schweinefleisch vom Lindhof teurer als das Fleisch im Supermarkt?

Der Lindhof wirtschaftet nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus und ist den Verbänden Bioland und Naturland angeschlossen. Eines der Hauptziele des ökologischen Landbaus ist die artgerechte Haltung der Tiere, daher unterscheidet sich unsere Tierhaltung in einigen Punkten von derer des konventionellen Landbaus. Folgende wichtige Vorgaben machen unser Fleisch teurer:

  • Die Säugezeit ist 2-3 Wochen länger als die im konventionellen Landbau
  • Die Stallungen müssen eingestreut werden
  • Die Stallungen müssen über einen Auslauf verfügen
  • Den Tieren muss eine größere Fläche zur Verfügung gestellt werden
  • Fütterung mit Biofutter und zusätzliche Rauhfuttergabe
  • Kein vorbeugender Einsatz von Medikamenten

Hinzu kommt das wir uns jetzt auf die etwas weniger effektive aber anspruchslosere und wohlschmeckendere bedrohte alte Schweinerasse Angler Sattelschweine umorientiert haben.